Konzert PULVERIN, auf39, Fr. 25.05., 20:30h

Pulverin, das sind zwei Brüder im Geiste, die seit mehr als 10 Jahren in den vierschiedensten Formationen gemeinsam Musik machen. (z.B. the Freizeit! collective , the noise-rock band Baba Starkey, the Improv-chamber quartet Last Laugh Foundation (Live-CD from the concert in
Bierstindl Innsbruck, Nov. 2009))

Der singende Posaunist Ottó Horvát, geboren in Innsbruck, lebt derzeit in Berlin. Das Posaune spielen brachte er sich selbst bei. Doch ist ihm auch die Stimme Instrument. Und er nutzt sie gern um ausgefallene Vocals mit polygloten Inhalten zu kreieren. Bekannt ist sein vielseitiger Umgang mit dem Mikrofon, das er immer wieder effektvoll und mit verfremdenden Techniken inszeniert. Mit seinem Posaunenspiel als erweiterndes Vokabular entwickelt er sowohl Eigenkompositionen die für sich selbst stehen, als auch Collaboratives bei den unterschiedlichsten Bands quer durch Europa.

Daniel Schatz, Sänger, Gitarrist, betreibt ein Recording Studio in Wien. Dass er jedes Jahr rund 600 Euro Strafe, wegen ehrenrühriger Aussagen gegen Politiker zahlt, kann er verschmerzen. Sein Motto: Das Geld liegt auf der Straße. Du darfst dich nur nicht scheuen, dich danach zu bücken. Frei nach dem Motto „take the Money and run“. Er arbeitete mit Künstlern, wie Mats Gusstafsson, Linda Sharrock, Ken Vandermark, Christoph Kurzmann, DD Kern, und Phillip Quehenberger.

Tour: Out On Vinyl, June 2018

Fotos: Elisabeth Prehofer

Ein Streifzug durch den Sad Yard Club

Ausstellung Nikolina Žunec verlängert, bis 4.1.2018! Mi-Sa 16-20:00h

Wenn Blicke töten können, wird man von den ikonografisch inszenierten Comicbildern der kroatischstämmigen Künstlerin Nicolina Žunec ziemlich umgeworfen. In der BILD.TON.WERK. Galerie ist Alles Bogart. „Schau mir in die Augen, Kleines“, gilt hier als Programm. „Auf39“ glupschen Kücken, Igel, Raupen, Mäuse, Hasen, Hunde, Katzen… im Hoch- und Querformat. Blicken schutzlos und verloren ins Licht der kunstinteressierten Mitwelt, die eine Premiere erlebt. Denn die Exponate der in Tirol lebenden Mal- und Gestaltungstherapeutin erblicken hier zum ersten Mal das Licht der Kunstwelt. Ob man sich an die klassische Comicära der amerikanischen dreißiger Jahre oder deren zweites Leben während des Wirtschaftswunders der Fünfziger erinnert fühlt, bleibt dem Auge des Betrachters überlassen. Die Verlorenheit beider Dekaden findet jedenfalls in den Bildern ihren Ausdruck. Vielleicht ja die Verlorenheit jeder Zeit.

 

Dass sich selbst Peter Alexander sofort im Grabe umdrehn, an den Sargdeckel klopfen und „Ich schau dir so gern in die Augen“, intonieren würde, gilt als sicher. Zumindest, wenn man dem grünen Bambi, das aus seiner Ecke von der Wand lugt, jenseits des Styx ein Leben in der Unterwelt spendiert. Selbstverständlich nachdem Zerberus, der hier als freundliches, igelartiges Stachelmonster von der Wand lugt, mit Zuckerwatte bestochen wurde. In jenem Nirvana, das sich jeder Besucher selbst ausmalt bleibt natürlich auch dem hinzu imaginierten Musikgeschmack des Betrachters keine Grenze gesetzt. Bei der Vernissage jedenfalls gab‘s als Liveact viel poppigen Blues der Gruppe MAD DAD & THE TRIGGERS, garniert mit den rauchig interpretierten Texten des Sängers.

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Beileibe nicht nur als Kulisse dient der zweite Zyklus, den Žunec präsentiert. Dadaistisches Textmaterial als Wordart auf Pappe kaschiert, in Rahmen aus Holzpaletten genagelt und mit groben Stahlketten an die Wand gehängt. Das regt zum über die Welt Monieren an. Paranormale Animosität im Hyperrealen steht da zu lesen. Ob da wohl jener Rest an Konsumwelt gemeint ist, der als Bodensatz auf jeder Palette kleben bleibt? Wenn der Trucker abgeladen hat, die Ware verbracht ist und das abgestellte Transportutensil, auf den langweiligsten Plätzen der Welt, der nächsten Verwendung harrt, herrscht Einfalt und Stille. Nicht Friede, Freude, Eierkuchen. Dieser zweite Zyklus erinnert an Graffities, die einfach, schmucklos aber bis zur Gnadenlosigkeit klar alltägliche Gedankenwelten servieren. Gegenwartsfiktionen als Surrogate, auf die man seinen Reim macht. Und zwar nachdem all das Begehrenswerte, das einmal auf den Paletten des Lebens stand, verkonsumiert wurde, seinen Bestimmungsort erreicht hat.

Text: Gerald Kofler; Bild: Hermann Stöckl

Lucy Schreiber gewinnt Publikumspreis der Ö1 Talentebörse

Talent sei weder Garant noch Prognose für eine künstlerische Karriere, konstatierte Ö1 Programmdirektor Peter Klein bei der Preisverleihung zur Ö1 Talentebörse 2017, wo die BILD.TON.WERK. Künstlerin Lucy Schreiber als Ö1 Publikumssiegerin geehrt wurde. Klein verwies auf den Franzosen Arthur Rimbaud. Dieser tingelte als Abenteurer, Söldner, Wissenschaftler, als wohlhabend gewordener Händler, ja sogar als Waffenschieber durch die Welt des späten 19. Jh. Die Werke allerdings, die er als hochbegabter Literat hinterließ, der seine dichterischen Ambitionen mit 19 an den Nagel hängte, übten noch jahrzehntelang Einfluss auf die Dichtkunst aus.

Wir, von der BILD.TON.WERK. Galerie, halten es mit Baruch Spinoza. Der in den Niederlanden des 17. Jh wirkende Philosoph hielt fest, dass Friede nicht nur die Abwesenheit von Krieg sei. Sondern vielmehr eine Tugend, eine Geisteshaltung, eine Neigung zu Güte, Vertrauen und Gerechtigkeit. In diesem Sinne freuen wir uns mit Lucy, der wir all diese Eigenschaften konzedieren. Gleichzeitig sind wir stolz darauf, dass sie bei uns nicht nur Talent, sondern, im Rahmen der mit Lito Bürmann ausgerichteten Bio-, Techno- Lichtinstallation „…keys extended“, auch künstlerische Kompetenz bewiesen hat.

Gerald Kofler

Ausstellung Nikolina ŽUNEC Auf 39, Grundsteing. 39, 1160 Wien

Vernissage Auf 39 am Samstag, 02.12.2017, 19h

Ausstellung von 2. – 23.12.2017

Finissage am Samstag 23.12. 19h

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Der Verein BILD.TON.WERK. zeigt Arbeiten der kroatisch stämmigen Künstlerin Nikolina ŽUNEC, die zwei ihrer Werkszyklen präsentieren wird.

Das Sujet ihrer jüngeren Gemälde ist im Tierreich angesiedelt, wobei der Stil ihrer Motive an frühe amerikanische Comics erinnert. Diese Bildserie, bei der die Künstlerin klassisch mit Acryl auf Leinwand arbeitet, feiert Auf 39 offizielle Premiere.

Im zweiten Zyklus zeigt die Diplomsoziologin Werke, die sich kaum in eine gattungsspezifische Schublade pressen lassen. Sie weisen Einflüsse der abstrakten Malerei ebenso, wie Elemente des Dekonstruktivismus auf, lassen aber auch Dadaistisches durchblicken. Verschiedenste Techniken beziehungsweise Materialien der Street- und Trash-Art wurden von Žunec zu einer postapokalyptischen, schnörkellosen Ästhetik vermengt.

Bevor sich die Mal- und Gestaltungstherapeutin der bildenden Kunst zuwandte feierte sie in Kroatien bereits als Autorin Erfolge. So gewann sie bereits 1998 den Literaturpreis „Goranovo proljece“ für junge Autoren, Lukovdol (HR) und 2001 den Literaturpreis „Zdravko Pucak“, Karlovac (HR). Nach ihrer Übersiedelung nach Österreich, im Jahre 2003 wandte sie sich vermehrt der Malerei zu. Es folgten regelmäßig Ausstellungen, wobei das Epizentrum im Tiroler Raum lag.

Für Aufsehen sorgten Arbeiten, wie ihre Installation „Lassen sie mich in Ruhe“, beim Dada Festival Jenbach 2010 oder oder beim Blasphemischen Weinachtsmarkt in der WERK Fabrik, Wien.

Jüngst zu sehen war im März 2017 ihr Kunsttransport Bühnenbild „Zuckerwatte“, mit Bertram Schrettl – Hall in Tirol, Lienz, Innsbruck, Reutte.

Zur Ausstellung werden BALDREEN ab 21h ein Set Bluespoprock hören lassen.

Hermann Stöckl – voc

Armin Grün – git

Rogelio Pereyra – keyboard

Aleksandar Popovic – bass

Tom Hirschler – drums

Verein BildTonWerk

Grundsteingasse 39/1-3, 1160 Wien Ottakring

office@bildtonwerk.at

+43(0)664 2335809

Vom Samenkorn zum Transistor

… Keys extended

Eine Raum-, Video- und Lichtinstallation von Lucy Schreiber und Lito Bürmann

Ein sanfter Duft von frischem Grün liegt in der Luft der BILD.TON.WERK. Galerie. Es riecht nach Pflanzen, statt nach frischer Farbe und Bindemitteln. Sprossen und Keimlinge durchwachsen die Räume. Geschmackvoll garniert fügen sie sich auf Fliesen, Rampen, Lekaflächen. Zwei Profilschienen, gefüllt mit Kresse, dienen als Brücke zu Versatzstücken des jungen Computerzeitalters, der achtziger und neunziger Jahre.

Amiga. Das war einmal digitale Kreativität, auf der Höhe der Zeit, an der sich auch das Jet Set der Kunst ergötzte. Über den großen Auftritt des Pop Art Künstlers Andy Warhol, der im New York der mittleren achtziger Jahre ein Bildnis der Sängerin Debbie Harry (Blondie) mittels eines Amiga 1000, farbig schillern ließ, ist längst Gras gewachsen.

Wir nehmen den Technopionier von einst skulptural überarbeitet wahr. In Form von Gipsplastiken des Installations- Video- und Lichtkünstlers Lito Bürmann. Ein technisches Leitfossil, dekonstruktivistisch inszeniert und zerlegt, in spekulative Versatzstücke, die einen völlig neuen Blick auf die Ur- und Frühgeschichte des Computerzeitalters erlauben.

Mal in verspielten Teilansichten, mal gerollt und phallisch nach oben strebend, visualisiert der Künstler Wünsche und Visionen, die einst an diesem Gerät hingen. An die Wand gehängt oder als Computerwurst gerollt, in Wolkenkratzerform, konterkarieren Bürmanns Dekonstruktions-skulpturen als Rauminstallation das sprießende Grün aus Linsen, Bohnen und Kressesaat.

Dazwischen Hintergrundleuchtbilder. Gerissene Erde, von Farbe durchströmt. Ein Simulakrum des Lebens. Und gleichermaßen Mahnmal, mit dem die Künstlerin Lucy Schreiber ans verletzliche Innenleben der Welt erinnert, an den schmalen Grat, der oft nur zwischen fruchtbarer Krume und lebloser Kruste liegt. Wenn die Segnungen der Gegenwart als detailverliebte Innovationsorgie, ohne die notwendige Bodenhaftung gelebt werden, fühlt sich Mutter Erde im Innersten erschüttert und zerbricht.

Ums Innenleben geht es auch, wenn Lito Bürmann die Innereien eines alten Rechners aufbricht, um sie als Videoinstallation kaleidoskopisch auf einem FlatTV tanzen zu lassen. Und um die verblüffende Ähnlichkeit zwischen dem Schlüssel des Lebens, der im Samenkorn wurzelt, in Gegenüberstellung zur Printplatte, als Wurzel des digitalen Alltags. Unter dem Fazit Keys extended experimentiert Bürmann weiters mit Video- und Lichtinstallationen, die er in ein Gerüst aus wilden Ästen hängt.

Als Künstlerpaar gehen Schreiber und Bürmann, seit 3 Jahren gemeinsame Wege. Lucy Schreiber studiert, neben ihrer Ausstellungstätigkeit, TransArts, an der Hochschule für angewandte Kunst, in Wien. Lito Bürmann ist seit 20 Jahren als Medienkünstler aktiv und gilt als anerkannter Vertreter der deutschen Lichtkunstszene. Ihr gemeinsames Werk zeichnet sich durch, die poetische Verschränkung der vordergründig gegensätzlichen Materien Technik und Natur aus.

Samenkorn, Transistor, Tastatur, wurzeln in ihrer ureigenen Struktur. Fungieren als Schlüssel zum Leben, Schlüssel zum modernen menschlichen Schaffen. Wenngleich Ersteres der Natur selbst zum Wachstum gereicht, Letzteres nur Datenmengen hervorbringt, sind Spannungsfelder, sowie Ähnlichkeiten auszumachen, die das gemeinsame Werk der beiden Künstler belegt.

Text: Gerald Kofler

… Keys extended

Lucy Schreiber, Lito Bürmann
Atelier
LICHT.N.STEIN
@Bild.Ton.Werk.
light’n’video
exhib’n’install
Vernissage: Freitag, 20.10.2017 19:00h
Öffnungszeiten: Mi – Fr 18 – 20:00h
Die Künstler sind Do 18-20:00h und Samstag, 19 – 21:00h anwesend
Finssage: Freitag, 3.11.2017 19:00h

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Platine, Atelier Licht.n.Stein

´Spective

Katalogpräsentation als Work in Progress und Thereminkonzert Auf39.

“ there was a retrospective update by Jonathan Quinn and many others. music in realtime by Pamela Stickney.“    Video Luke Lenswalker © 2017

hot sonic nightmareshit by D.D.Q

Philip Quehenberger (keybs) und Didi Kern (dr) bilden am Eröffnungsabend des Ateliers „Auf 39“ die Formation D.D.Q.

Zwei der produktivsten Musiker der FreeMusicSzene weben einen dichten Teppich aus jeweils live generierten Sequenzen und virtuosen Rhythmus- und Melodiebögen.

Video: LukeLenswalker © Juni 2017